Büro für erforderliche Maßnahmen
Häufige Fragen beim Ökostrom-Stammtisch
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Welches sind die vier zertifizierten Ökostromanbieter?
- EWS Elektrizitätswerke Schönau, Greenpeace Energy, Lichtblick und Naturstrom.
Alle anderen sind Tochterfirmen der großen vier Konzerne oder mit Ihnen verbunden. Egal wie sie heißen: Nuon, e-wie einfach, Yello Strom oder Stadtwerke Düsseldorf.
- Wie kommt denn der Ökostrom in meine Steckdose?
- Gar nicht.
Strom kann nur schwer gespeichert werden und wird dort benutzt, wo er hergestellt wird. Gerne wird bei dieser Frage der Vergleich mit einem See genommen: Strom wird mit Kohle oder Kernenergie dreckig hergestellt und der gesamte See ist stark verschmutzt. Je mehr Nutzer aber durch den Bezug von Ökostrom die Einleitung von sauberem Strom erzwingen, umso sauberer wird der See insgesamt. Ähnlich ist es mit der Rheinverschmutzung gewesen. Hätte man die chemische Industrie nicht gezwungen, ihre Abwässer zu filtern, wäre der Rhein heute immer noch eine Kloake.
- Ist Ökostrom teurer?
- Mittlerweile ist der preisunterschied kaum noch zu merken.
- Aber lassen wir lieber Radio Eriwan auf diese Frage antworten:
Ist Ökostrom teurer?
- Im Prinzip ja. Siehe oben.
Aber bei allen Ökostromkunden sinkt meistens die monatliche Rechnung, weil die Stromspartipps so phänomenal einfach sind und sogar vom Ökostromanbieter extra veröffentlicht und beworben werden. Das ist der oft verkannte Unterschied zu den Stromkonzernen, die möglichst viel Strom verkaufen wollen, für hohe Aktiengewinne und gigantische Managergehälter. Da stören Stromspartipps die Bilanzen.
Also nochmal kurz: Ökostromkunden zahlen weniger für den gleichen Komfort.
- Ist die Stromlieferung weiterhin sichergestellt?
- Die Stromlieferung erfolgt durch den regionalen Stromanbieter und die Sicherheit ist nur von diesem abhängig. Wie sicher allerdings der Atommüll gelagert werden kann, der dabei anfällt, weiß bis heute keiner. Es gibt auf der ganzen Welt noch kein Atommüllendlager.
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Wie lange bin ich bei einem der vier Ökostromanbieter vertraglich gebunden?
- Ein Wechsel ist jederzeit möglich. Es gibt keine vertraglichen Bindungen. Jedoch dauert jeder Wechsel ca. 4-6 Wochen.
- Wer liest denn meinen Zähler ab?
- Der regionale Stromanbieter liest nach wie vor die Zähler ab. Er erhebt dafür Gebühren beim Ökostromanbieter.
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Stimmt es, dass Bernotat, der Chef vom größten Energiekonzern E-ON, privat auf Photovoltaik umrüstet und zusätzlich seine Hauswände dämmt, um damit 80 Prozent seines eigenen Energieverbrauchs zu senken?
- Ja.
- Wenn jetzt alle wechseln - gibt es genug Ökostrom?
- Im Moment gibt es mehr Ökostrom als Kunden. Erst wenn noch mehr Kunden auf Strom aus erneuerbaren Energien umsteigen, muss auch mehr Ökostrom produziert werden. Dann auch von den großen Konzernen und deren Argumentation für neue Kohlekraftwerke oder längere Laufzeiten für Atomkraftwerke wären dann hinfällig. Es gibt Studien, die besagen, dass sogar ein Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien möglich ist.
- Die Stadtwerke bieten doch auch Ökostrom an?
- Solange dieser Strom von Firmen verkauft wird, deren Ziel es ist, Strom zu verkaufen, anstatt zu sparen, wird man mit diesem Ökostrom keinerlei Verbesserung erzielen. Der dadurch erzielte Gewinn kann sogar dazu benutzt werden, wieder neue Kohlekraftwerke zu planen und zu bauen.
Außerdem sind alle Stromanbieter über das EEG (Erneuerbare Energien-Gesetz) verpflichtet, einen festgesetzten Anteil Ökostrom zu verkaufen. Diesen Anteil verkaufen sie dann als teuren Ökostrom und die anderen Kunden erhalten prozentual mehr Kohle- und Atomstrom.
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Warum wollen die Stadtwerke Düsseldorf ein neues Kohlekraftwerk bauen, obwohl der Strom für die Stadt gar nicht gebraucht wird?
- Dies ist Teil des künstlichen Konkurrenzkampfes zwischen E.ON, RWE und EnBW. Die EnBW möchten in dieser Region neue Stadtwerke kaufen und Kunden von E.ON oder RWE gewinnen. Das können sie dann hervorragend mit dem Strom von der Lausward.
- wieso soll ich denn hier Ökostrom beziehen?
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- Um den Strom insgesamt sauberer zu machen
- Um den großen Konzernen die rote Karte zu zeigen
- Um die CO2 -Emissionen zu verringern
- Um den Absatz der erneuerbaren Stromquellen zu erhöhen
- Um Druck auf die Politik auszuüben
- Um den Klimawandel zu verlangsamen
- Um das schlechte Gewissen wegen zuviel Fliegens und Autofahrens zu beruhigen
- Um das Geld den Aktiengesellschaften zu entziehen und damit den Mittelstand und Handwerker zu stärken. Also sinnvolle Arbeitsplätze contra Shareholder-Value
- um den Krieg für Öl zu verhindern, dezentrale erneuerbare Energien sind die beste Waffe gegen Rohstoffkriege
- Welches sind die vier großen Stromkonzerne?
- RWE, E.ON, Vattenfall und EnBW
- Wieviele sind schon zu den vier zertifizierten Ökostromanbietern gewechselt?
- Ungefähr 800.000
Stand Dezember 2008
- Die letzte Frage: Wieso wechseln nicht Millionen von Bürgern
- Weiß ich nicht.
und hier gibt es noch mehr Infos: