Büro für erforderliche Maßnahmen
Spiegel Online-Redakteur Anselm Waldermann polemisiert gegen Solarstrom
Nach der Verspargelung der Landschaft kommt jetzt der Feldzug gegen den Solarstrom.
Greenpeace hat schnell auf diesen journalistischen Unfug reagiert und ich möchte einige Argumente hier zitieren:
"In seinem Text rechnet Anselm Waldermann vor, dass die in den vergangenen vier Jahren (also während der Amtszeit von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel) hierzulande installierten Photovoltaik-Anlagen gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) langfristig Kosten von 27 Milliarden Euro verursachen würden.
Nun steht außer Frage, dass die Kosten für die Herstellung von Solarzellen in den vergangenen Jahren stark gefallen sind (auch dank der Massenproduktion, die das EEG ermöglicht hat) – schneller jedenfalls, als die meisten Experten angenommen hatten. Es spricht deshalb einiges dafür, dass die “grid parity” dann wohl noch schneller erreicht wird. Unter grid parity versteht man den Zeitpunkt, zu dem Strom vom eigenen Solardach genau so viel kostet wie Strom aus der Steckdose: was einen selbsttragenden Boom auslösen könnte.
Anselm Waldermann aber greift die Monate alte Studie des RWE-nahen Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) mit dramatischen Worten auf – zufällig mitten in den schwarz-gelben Koalitionsverhandlungen.
27 Milliarden Euro – das klingt nach einer riesigen Summe. Doch neben den Steinkohlesubventionen der vergangenen Jahrzehnte sind das Peanuts und auch in den kommenden Jahren noch wird der Staat für die Förderung der klimaschädlichen Kohle knapp 20 Milliarden Euro ausschütten. Die Atomkraft wurde und wird laut einer Greenpeace-Studie hierzulande mit knapp 260 Milliarden Euro subventioniert. Beides erwähnt Anselm Waldermann nicht.
Stattdessen spricht er von 1000 Euro für eine dreiköpfige Familie. Diese hohe Zahl ergibt sich nur, wenn man die zu zahlenden Einspeisevergütungen über den Gesamtzeitraum von 20 Jahren aufaddiert. Auf den Monat gerechnet ergäbe sich pro Kopf lediglich ein Betrag von etwa zwei Euro. Das klingt ganz anders, oder?
Eine Solaranlage, die heute installiert werde, verursache noch in 20 Jahren Kosten, kritisiert Spiegel Online und verwendet dafür unter Berufung auf “Experten” den Begriff “Solarschulden”. Doch eine kleine Google-Recherche ergibt, dass das Wort offenbar auf Manuel Frondel zurückgeht, ebenjenen Wissenschaftler beim RWI, von dem die erwähnte Studie stammt und der schon öfter mit stromkonzernfreundlichen Rechnungen auf sich aufmerksam machte.
Dabei wird unterschlagen, dass Solarzellen in 20 Jahren wenigstens noch Strom liefern – und zwar ausschließlich Strom. Bei der Atomkraft hingegen fallen, dank des radioaktiven Abfalls, noch unkalkulierbare Kosten an, wenn alle Akw längst abgeschaltet sind.
Soweit Greenpeace, vielen Dank für Eure flotte Arbeit.
Außerdem:
Anselm Waldermann vergisst auch komplett zu erwähnen, dass neben den Solarmodulen auch die Wechselrichterherstellung und die Montage sowie der Vertrieb Arbeitsplätze schaffen.
Die Firma SMA die 80 % aller Wechselrichter weltweit herstellt (man kann auch sagen: Weltmarktführer) hat ihren Firmensitz in Kassel und stellt dort munter Leute ein.
Die Monteure, Installateure, Elektriker und Handwerker die diese Anlagen auf die Dächer bringen, tun dies hier in Deutschland.
Der Vertrieb, die Anlagenplanung, die Netzanmeldung und Kommunikation mit den Netzbetreibern schaffen hierzulande Arbeitsplätze.
Die Leute, die auf die chinesischen Solarmodulimporte schimpfen, sind oft dieselben, die bei IKEA, Saturn oder ALDI Waren "made in China" kaufen und dabei nur an das eigene Geld und nicht an die Arbeitsbedingungen in der dritten Welt denken.
Interessant an diesem Artikel ist nur wieviel Geld hat der Autor von welchem Energiekonzern für diese unseriöse Arbeit bekommen. Ich hoffe, dies sickert in den nächsten Tagen durch und dann werde ich dies selbstverständlich hier veröffentlichen.
10.10.2009:
Hunderte Anti-AKW-Transparente aus ganz Deutschland vor dem Reichstag
Botschaft an Union und FDP: Atomkraftwerke abschalten
Hunderte Transparente mit Forderungen gegen Atomenergie und für den Atomausstieg hat die Organisation .ausgestrahlt am Samstag vor dem Reichstagsgebäude in Berlin aufgestellt. "Wir bauen am längsten Anti-AKW-Transparent der Welt. Was wir heute ausstellen, ist erst der Anfang", erklärte Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. Am Samstag ergaben die Transparente bereits eine Gesamtlänge von mehr als 500 Metern.
» Mehr zu diesem Thema...Gute Nachrichten :
Geplante Grenzwerte bedeuten das Aus für Kohlekraftwerke
Aus dem Handelsblatt vom 19.11.2008, von Klaus Stratmann
Mit strengeren Grenzwerten will das Europäische Parlament den CO2-Ausstoß neu gebauter Kohlekraftwerke verringern. Die Branche warnt: Sollten die EU-Pläne in die Tat umgesetzt werden, sei das gleichbedeutend mit einem Genehmigungsverbot für neue hocheffiziente Kohlekraftwerke.
lesen Sie hier mehr:
Geplante Grenzwerte bedeuten das Aus für KohlekraftwerkeFotos aus Gorleben im November 2008
AKW Faust
Plakat
Samba Chor
Plakat aus Düsseldorf
war auch da!
Plakatmalerei
Trecker mit der Aufschrift: "Achtung Sie verlassen den demokratischen Sektor"
Atommüll Standorte
Eiche in Gorleben
Mit einem Rad zur Demo
Grüner Campus
Atomfabrik Gronau
X-tausendmal quer
Robin Wood
Republik freies Wendland
Yes we can
Sehr spannend zu lesen ist auch die Stellungnahme des BUND zur aktuellen Planung von Kohlekraftwerken in Deutschland.
Erneuerbare Energien – ein Gewinn für die Volkswirtschaft
26.08.2008 + Erneuerbare Energien vermeiden immer mehr Importe teurer fossiler Brennstoffe nach Deutschland, so die Agentur für Erneuerbare Energien. Allein im Jahr 2007 haben Kraftstoffe, Strom und Wärme aus regenerativen Quellen fossile Energieimporte im Gegenwert von 5,4 Milliarden Euro ersetzt. Innerhalb von nur drei Jahren konnte dieser Wert verdreifacht werden. Diese rasante Entwicklung hängt zum einen mit dem rasch wachsenden Anteil Erneuerbarer Energien zusammen, zum anderen mit den explodierenden Kosten für die fossilen Energieträger.
Abzüglich der Einfuhr von Biomasse aus dem Ausland ergibt sich ein Netto-Einspareffekt von 4,3 Milliarden Euro. Diese Summe entspricht genau den höheren Beschaffungskosten, die von den Energieversorgern 2007 für Strom aus regenerativen Quellen bezahlt werden mussten. Obendrein haben Wind-, Solar- und Bioenergie der Volkswirtschaft externe Kosten in Höhe von mehr als acht Milliarden Euro erspart. Diese wären durch Umweltverschmutzung, Gesundheitsschäden und einen verstärkten Treibhauseffekt angefallen, wenn der Energiebedarf statt mit Erneuerbaren Energien nur aus fossilen Quellen gedeckt würde.
„Ohne die Erneuerbaren Energien hätten die Verbraucher also auf jeden Fall drauf gezahlt“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Die Erneuerbaren Energien machen die Energieversorgung unterm Strich günstiger und halten den Großteil der Wertschöpfung im Inland.“ Außerdem biete eine stärkere Unabhängigkeit von Energieimporten auch einen sicherheitspolitischen Vorteil. Mayer: „Der Kampf um die letzten fossilen Ressourcen und um die dazugehörige Infrastruktur führt immer häufiger zu internationalen Spannungen und Konflikten. Heimische Energie aus regenerativen Quellen ist die beste Versicherung gegen Krisen und Preissteigerungen.“
Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien 2008
Goldrausch bei Erneuerbaren Energien
In der Energiepreis-Krise tut sich zugleich eine riesige Chance auf: Der hundertprozentige Umstieg auf Erneuerbare Energien beschleunigt sich. Er wird in den nächsten drei bis vier Jahrzehnten möglich. Der Umstieg ist schon weiter als die meisten denken und wird jetzt noch von einer Seite beschleunigt, von der es kaum jemand erwartet hätte: Vom großen Kapital!
In dieser Woche jubelte die Umweltorganisation der UNO: „Goldrausch bei den Erneuerbaren Energien“. Schon 2007 wurden weltweit 148 Milliarden Dollar in Erneuerbare Energien investiert, vor allem in Windkraft und Solarenergie. Die UNO: „Es ist nichts anderes im Gang als eine fundamentale Transformation der weltweiten Energie-Infrastruktur.“
Allein europäische Firmen haben 2007 schon 50 Milliarden Euro in neue, umweltverträgliche Energieträger investiert – 2008 könnten es schon doppelt soviel werden. Und nach den US-Wahlen dürfte sich das Tempo des Umstiegs von Kohle, Gas, Öl und Atom auf Sonne, Wind, Bioenergie, Wasserkraft, Meeresenergie und Erdwärme nochmals beschleunigen. So werden zurzeit im US-Öl-Land Texas mehr Windräder aufgestellt als in Deutschland und ausgerechnet dort wird der weltgrößte Windpark der Welt mit 2.700 Windrädern projektiert. Er soll mehr Strom liefern als zwei Atomkraftwerke.
Schon heute wächst der Anteil des Windstroms an der Energieversorgung In den USA und Spanien, aber auch in China und Indien rasant. Über Atomkraftwerke wird zwar überall auf der Welt diskutiert, aber tatsächlich werden weltweit Tausende neue Windräder aufgestellt. Deutschland ist heute Welt-Technologieführer bei Windstrom, Photovoltaik und Biogas. Über eine viertel Million Deutsche sind bereits in den Branchen der neuen Energien beschäftigt. Die Preise für Windstrom und Bioenergie können schon mit der alten Energie konkurrieren und Holzpellets sind schon 50 % billiger als Heizöl und gar 60 % billiger als Erdgas.
Das Solarzeitalter hat bereits begonnen. Träger der solaren Energiewende sind nicht die alten Energiekonzerne, sondern der Mittelstand, tausende Handwerker und Bauern sowie Millionen Hausbesitzer.
Noch vor 10 Jahren waren Erneuerbare Energien der Traum von Wenigen. Heute sind sie eine Hoffnung von Vielen und morgen eine Notwendigkeit für Alle. Der jetzige Goldrausch der Erneuerbaren Energien lockt Millionen moderne Goldsucher so wie im 19. Jahrhundert Tausende nach Kalifornien gelockt wurden. Gerade in diesen Krisen-Wochen an der Börse zeigt sich, dass Wind- und Solaraktien weit attraktiver sind als die sonstigen. Das heißt, dass es beim neuen Goldrausch mehr Gewinner geben wird als beim alten.
Quelle: Franz Alt 2008
Geschenke des Himmels: Wir haben kein Energieproblem - aber die falschen Energiequellen.
Sonnenenergie - Die Populäre!
Vor 20 Jahren waren erneuerbare Energien ein Traum von Wenigen. Heute sind sie eine Hoffnung für Viele. Und morgen werden sie eine Notwendigkeit für alle sein. Denn alle alten Energiequellen, denen wir unseren bisherigen Wohlstand verdanken, gehen in den nächsten Jahrzehnten zu Ende: Kohle, Erdgas, Erdöl und auch Uran zum Betreiben von Atomkraftwerken. Was aber dann? Und was, wenn wir den Klimawandel nicht stoppen?
Der Bau eines AKW braucht mit Planung und Genehmigungszeiten 15 bis 20 Jahre – eine Solaranlage ist in wenigen Tagen installiert und eine Windanlage in wenigen Monaten genehmigt und aufgestellt.
Die Sonne ist der Motor allen Geschehens auf unserem Planeten. Sie ist über fünf Milliarden Jahre alt und wird uns noch weitere sieben Milliarden Jahre scheinen. Jedes Jahr schickt sie 350 Millionen Milliarden (350 000 000 000 000 000) Kilowattstunden Strahlungsenergie auf unseren Planeten. Alle irdischen Energiequellen verdanken wir der Sonne: das Holz der Wälder und die Pflanzen der Felder, aber auch Kohle-, Erdöl- und Erdgaslager, in denen Sonnenenergie von Millionen Jahren gespeichert ist.
Allein die Sonnenstrahlen, die am heutigen Tag die Erde erreichen, können unseren Energiebedarf für 180 Jahre decken. Die Sonne ist unsere unerschöpfliche Energiequelle. Ohne Sonne kein Leben!
Die Sonnenstrahlen sind das große Geschenk des Kosmos an uns. Die Sonne war, ist und bleibt die einzige Einnahmequelle unseres Planeten. Seit Jahrtausenden leben wir von diesen Gewinnen. Und trotzdem wird die Sonne auf geradezu tragische und sträfliche Weise unterschätzt.
Astrophysiker haben dieses Szenario ausgerechnet:
- Wenn morgen die Sonne ausfiele, hätten wir schon nach 24 Stunden global minus 15 Grad Celsius.
- Nach drei Tagen ohne Sonne würde die Temperatur auf der Erde im Durchschnitt minus 40 Grad betragen.
- Nach fünf Tagen wäre es so kalt (minus 80 Grad), dass kein Auto mehr anspringen würde.
- Nach einer Woche hätten wir schon minus 173 Grad. Alles Leben wäre tot.
Etwa 99 % der Wärme, die wir haben und brauchen, verdanken wir schon immer und grundsätzlich der Sonne, ohne etwas dafür tun oder gar bezahlen zu müssen. Lediglich das eine Prozent Restenergie für ein halbwegs angenehmes Leben und für den inzwischen erreichten Wohlstand müssen wir uns mit Hilfe von Technik und fossil-atomaren Rohstoffen besorgen. Das ist künftig und für alle Zeit relativ einfach mit erneuerbaren Energiequellen – hauptsächlich mit der Sonne – möglich und nötig.
Die direkte Sonnenenergie ist – ebenso wie die indirekten solaren Energiequellen Wind, Bioenergie, Wasserkraft, Wellenenergie, Erdwärme – umweltfreundlich, nicht gefährlich wie Atomenergie und nicht klimazerstörend wie fossile Energie und vor allem preiswert. Sonne und Wind schicken uns keine Rechnung. Den Stoff gibt es immer umsonst. Das ist der große ökonomische Vorteil der künftigen ökologischen Energieversorgung.
Unbewusst sind diese natürlichen Zusammenhänge den meisten von uns klar. Deshalb ist Sonnenenergie, die Energie von ganz, ganz oben, in Deutschland mit 93 % Zustimmung auch die populärste aller Energiequellen.
Einer der häufigsten Einwände gegen die Produktion von Solarstrom heißt: Das Herstellen von Solarmodulen benötige mehr Energie als Module je gewinnen könnten. Richtig aber ist, dass heutige Solarmodule bereits nach zwei bis drei Jahren soviel Strom produzieren wie notwendig war zu ihrer Fertigung.
Häufig wird auch behauptet, Solarstrom sei noch zu teuer. Das ist richtig, wenn die Folgekosten der alten Energieträger unterschlagen werden. Aber schon in etwa acht Jahren dürfte Solarstrom eine der preiswertesten Energiequellen sein. Ihr Preis hat sich in den letzten 10 Jahren bereits halbiert.
Was fast niemand weiß: Solarstrommodule können vier- bis fünfmal recycelt werden. Das bedeutet, dass ihre Lebensdauer 150 Jahre und mehr beträgt. Eine günstigere Energiebilanz gibt es kaum.
Unzählige Dach-, Brach- und Leerflächen in fast allen Ländern der Welt bieten die Chance, den Energiebedarf der Zukunft zu decken. Sonnige Aussichten also fürs Klima und für den Geldbeutel. Eine Stadt wie Münster kann zu 70% seinen Strombedarf allein mit Solaranlagen auf ihren Dächern decken – die meisten Dörfer sogar zu 100 %.
Die Wirtschafts- und Arbeitsplatzkrisen in der nördlichen Erdhälfte sind ebenso wie das Hungerproblem in der südlichen Erdhälfte nur mit erneuerbaren Energiequellen zu lösen. Die Zerstörungsenergien, die wir heute benützen, müssen durch die Erneuerungsenergien aus der Sonnenkraft ersetzt werden. Nur eine Rückkoppelung an die Sonne garantiert Frieden, Fortschritt und Überleben. Die Sonne ist unser Rettungsanker.
Die gerade beginnende globale Solar-Evolution impliziert eine völlig neue Perspektive für die Menschheit. Die Rückkehr zur Sonne bedeutet eine Humanisierung der industriellen Revolution auf dem ganzen Planeten. Globale Sonnenpolitik führt zu einer solaren Weltwirtschaft, zur ersten globalen Revolution überhaupt – die Lösung der Energiefrage für alle Zeit.
Was aber, wenn die Sonne nicht scheint?
Windenergie - Die Dynamische!
Der zweitgrößte Erdölkonzern der Welt, BP, beantwortet in seinen neuesten Anzeigen die selbstgestellte Frage: „Wird die Windenergie weiter wachsen?“ so: „Mit Sicherheit“. Und Chinas Umweltminister erzählte mir, warum sein Land jetzt in Windeseile auf Windenergie setzt: „Bei keiner anderen Energiequelle haben wir eine solche Investitionssicherheit wie bei Erneuerbaren Energien. Wir installierten deshalb jetzt viele Tausend Windräder, weil wir schon heute exakt wissen, was der Windstrom in 10 oder 20 Jahren kostet. Wir finanzieren das Windrad und bekommen dann 20 Jahre den Stoff umsonst.“
Nicht nur die Sonne, auch der Wind schickt uns keine Rechnung. Ein unschlagbarer ökonomischer Vorteil der ökologischen Energieversorgung von morgen.
Solarenergie ist die populärste erneuerbare Energiequelle in Deutschland. Aber in den letzten 15 Jahren war die Windkraft die dynamischste aller Energieträger überhaupt – sie hat sich weltweit verzehnfacht, in Deutschland seit 1990 sogar verhundertfacht. Bis 2020 will das „Reich der Mitte“ seinen Windstrom gegenüber heute mehr als verzehnfachen. „Vorbild ist die Entwicklung in Deutschland“, sagten mir chinesische Gesprächspartner.
Deutschland ist Windweltmeister – noch. Denn in den USA, Indien, China und Spanien wächst der Ausbau des Windstroms zurzeit schneller als in Deutschland. Vor allem in Süddeutschland haben bürokratische Hürden und atomkraftabhängige Landesregierungen den zügigen Ausbau der umweltfreundlichen Windkraft bislang verhindert.
Windkraft ist wie die Sonne ein kostenloses Geschenk des Himmels, das uns für alle Zeit zur Verfügung steht – ohne Dieselruß und ohne atomare Abfälle zu hinterlassen. Allein hierzulande erspart sie der Umwelt jedes Jahr schon heute 30 Millionen Tonnen Treibhausgase. Um Öl werden Kriege geführt, aber die Windkraft wird nie ein Kriegsgrund sein. Jedes Windrad ist ein Zeichen des Friedens.
Auch Terroristen werden nie einen Anschlag auf ein Windrad verüben, denn da passiert ja nichts – sie müssten sich eher schämen. Terroristen können jedoch relativ leicht mit einem Flugzeug wie am 11. September 2001 oder gar mit Hilfe von Atomwaffen - wie Innenminister Wolfgang Schäuble zu Recht fürchtet – einen fürchterlichen Anschlag auf ein Atomkraftwerk organisieren.
Die Produktion von Windrädern in Deutschland hat bereits bis 2007 über 90.000 Arbeitsplätze geschaffen (in Atomkraftwerken sind noch 38.000 Menschen beschäftigt). Zwei Drittel der hier produzierten Windräder gehen ins Ausland – auch in die USA, nach Frankreich, China und Osteuropa. In den letzten Jahren habe ich in Australien und Neuseeland, in Indien und China, in Taiwan und Südkorea, in Brasilien und Argentinien deutsche Windräder gesehen. Endlich hat Deutschland wieder einen Exportschlager.
Auf der Ostseeinsel Fehmarn drehen sich 150 Windräder und bringen viermal mehr Strom, als alle 12.000 Einwohner der Insel und die drei Millionen Übernachtungsgäste zusammen verbrauchen. Ein Bürgermeister auf Fehmarn berichtete mir von anfänglichem Widerstand gegen die Windmühlen, der jedoch abebbte, als sich die Bewohner von den realen Vorteilen einer umwelt- und klimafreundlichen Energiegewinnung vor Ort überzeugen konnten.
Mit Erzeugungskosten zwischen 4 bis 7 Cent pro Kilowattstunde ist Windstrom bereits die preiswerteste aller erneuerbaren Energien. Klar ist: Wer Windparks ablehnt, nimmt mit dieser Haltung den Bau von Kohlekraftwerken oder längere Laufzeiten von Atomkraftwerken in Kauf. Die Deutschen sind zu 70 % gegen Atomkraft. Dann kann man jedoch seriöser weise nicht auch noch gegen Windkraft sein. Denn irgendwo muss ja unser Strom herkommen. Nach dem Motto: „Wir sind einfach gegen alles – gegen Atomkraft und gegen Windkraft“ wird das Land mit Sicherheit nicht zukunftsfähig.
Windkraft statt Atom Für den Aufbau einer erneuerbaren Energiewirtschaft ist es höchste Zeit. Der Klimawandel vollzieht sich so dramatisch schnell, dass wir das Denken in den alten Energiestrukturen rasch überwinden müssen.
Das Bundesland Sachsen-Anhalt produziert 2008 über 36% seines Stroms über Windmühlen. Wenn alle Bundesländer, auch die süddeutschen, diesem Beispiel gefolgt wären, hätten wir in ganz Deutschland bereits doppelt so viel Windstrom wie heute.
Quelle: Franz Alt 2008
Vision der DGS: Sonnenstrom wird Billigstrom
"Wer eine nachhaltige, umweltfreundliche und kostengünstige Stromerzeugung möchte, der setze konsequent auf die weiterentwickelte Photovoltaik-Technologie der kommenden Jahrzehnte. Die DGS (Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.) hat keine Zweifel, wenn nur das bekannte Potenzial umgesetzt wird, wird die Konkurrenz dieser Stromerzeugungsart mit fossilen Brennstoffen im dann herrschenden Marktumfeld uneingeschränkt möglich sein und von der Photovoltaik gewonnen werden."
Eine Photovoltaikzelle, Baustein des Solarkraftwerkes, gehört streng genommen zu den Halbleitern und ist deshalb schon mit der Computerherstellung mehr als artverwandt. Diese Verwandschaft wurde zuerst genutzt, als man hochreines Silizium quasi aus den Abfalleimern der Chiphersteller bezog. Dann wurde sie zum Problem, da Silizium-Kapazitäten nicht in ausreichendem Maße verfügbar waren. Heute produziert die Siliziumindustrie mehr für Solarzellen, als für Computerchips, sie ist integraler Bestandteil der Solarindustrie geworden.
Treiber des Prozesses: Die Nachfrage in Deutschland
50% der weltweiten Installation von Solarmodulen findet in Deutschland statt. Wir sind bisher der größte Abnehmer des Weltmarktes. Insofern hat der deutsche Markt eine wichtige Funktion: Hier kommt all das hin, was man nicht auf anderen lukrativeren - weil sonnenreicheren - Märkten absetzen kann. Seitdem das EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) die Möglichkeit geschaffen hat, mit Solartechnik Geld zu verdienen, übersteigt die Nachfrage das Angebot und folglich sind die Preise höher. Wenn die Kostenreduktion der Hersteller in nennenswertem Umfang weitergegeben wird, dann könnten die Module günstiger für das Handwerk sein und wir könnten mehr Solarmodule bekommen.
Netzparität kommt - Man kann Solarenergie nicht mehr zurückdrängen
Anton Millner, der Vorstandvorsitzende von Q-Cells gab sich im Renewable Energy Focus sehr selbstbewusst.: "Die Netzparität kommt - Solarstrom lässt sich nicht aufhalten." Er hat angesichts der Lage auch allen Grund dazu. Wir haben den Zeitplan der Markteinführung mit doppelter Geschwindigkeit absolviert und um drei Jahre überholt. Das EEG hat dies in seinem politischen Ansatz der kostendeckenden Vergütung auch getan und die Lernkurve als Basis für die Degression genommen. Nun wird von allen beteiligten Überrascht festgestellt, wir haben ja bereits 6,7 GigaWatt Produktionsmenge erreicht und sind damit schon im Jahre 2011 unseres Zeit- und Kostenplans. Fazit des Solarkonzerns REC: »Die Politiker sollten sich einfach an den Kostensenkungsraten der Industrie orientieren, andernfalls kann es für ein Land und seine Volkswirtschaft bei dieser Geschwindigkeit sehr teuer werden, die besten Förderbedingungen bereitzustellen.«
Warnung der DGS: Deckel würde Handwerk erschlagen - Industrie bliebe unberührt
Abschließend ein Wort der Warnung der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. an die CDU, bei der einige Politiker mit einem Deckel für die Solarförderung liebäugeln. Betrachtet man die Wertschöpfung in der Photovoltaikindustrie wird klar: Die Wertschöpfung landet am oberen Ende der Wertschöpfungskette. Das Handwerk arbeitet im wesentlichen nach Stundenlohn. Deshalb sollte im Sinne einer nachhaltigen Gestaltung des Arbeitsmarkteffektes nicht der Markt verboten, sondern die Förderung auf Basis der Lernkurve gestaltet werden.
Quelle Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. 2008Mehr zum Thema Trends in den Erneuerbaren Energien lesen Sie in der aktuellen SONNENENERGIE,die soeben erschienen ist.